Das Russische Universalwörterbuch
Unterschiede zwischen der Online-Version und der lokalen Vollversion

Die Online-Version des RUW ist − obgleich schon sehr umfangreich − gewissermaßen eine Light-Ausgabe im Vergleich zur Vollversion, die im Gegensatz zur Online-Version nicht kostenlos erhältlich ist.

Die lokal installierbare Vollversion des RUW enthält natürlich alle auch in der Online-Version enthaltene Funktionalität; Unterschiede hinsichtlich der Menge der Wörterbucheinträge bestehen nicht. Auch die Soundbeispiele und die Transkriptionsangaben decken sich, und die (dem registrierten Online-Nutzer) gezeigten Verweise auf die Synonymie (Bedeutungsverwandtschaft), die Antonymie (Bedeutungsgegensätze) und die Paronymie (Verwechslungsgefährdung) unterscheiden sich nicht. Die Unterschiede umfassen drei wichtige Gebiete:
  1. die Tiefe und Breite der Kommentierung

    Die angegebenen deutschen Entsprechungen werden in vielen Fällen zusätzlich kommentiert, das gilt insbesondere auch für diejenigen Wörterbucheinträge, bei denen eine Übersetzung im engeren Sinne nur eingeschränkt möglich ist.

    Jede von der erwarteten Norm abweichende Flexionsform aus dem dargestellten Paradigma wird ausführlich kommentiert. Aber auch der Regelfall (einer substantivischen oder adjektivischen Deklination, einer erfolgten oder nur eingeschränkt möglichen Komparation, einer verbalen Formenbildung) wird in extenso kommentiert. Möglich ist das, weil zum Gesamtumfang von Russisch aktuell mit dem "Leitfaden" auch eine Grammatik des Russischen gehört, die aus der Sicht des Deutschen alle Wechselfälle der russischen Morphologie und Syntax detailliert und mit tief gestaffeltem Hilfe- und Erläuterungssystem darstellt. Diese Grammatik, die als Gesamtwerk allerdings nicht zum Lieferumfang des lokalen RUW, wohl aber zum Komplettpaket gehört, konzentriert sich ihrer Benennung nach − eben als "Leitfaden" − auf die Grundaussagen zur russischen Phonologie/Phonetik, Lexikologie, Morphologie (als Schwerpunkt) und Syntax, wobei das lokale RUW seine jeweiligen Grundkommentare aus dieser Grammatik übernimmt. Der "Leitfaden" enthält natürlich auch Aussagen zu den unten als Beispiel angeführten Augmentativa, Diminutiva und Aktionsarten, wobei das RUW in seiner lokalen Version über ein zusätzliches eigenes Kompendium verfügt, das etliche dieser Problemkreise noch weitaus detaillierter als der "Leitfaden" auch auf das gerade betrachtete Einzelwort bezogen darstellt und darüber hinaus vielfach Positionen zu aktuellen Entwicklungen im russischen Wortschatz wiedergibt, sodass viele Zweifelsfälle der russischen Sprache, die sogar dem Sprachexperten eine Nuss aufgeben, ausführlich diskutiert werden.

  2. die Programmfunktionalität

    Der Nutzer des Online-RUW sieht nur eine Präsentationsform des Materials vor sich, mit der er sich abfinden muss. Der Nutzer der lokalen Version hingegen kann zwischen einer didaktisch aufbereiteten Darstellung und einer Expertendarstellung wählen, er kann die Art und Weise der (uneingeschränkt möglichen) Übernahme deutscher Entsprechungen selbst bestimmen, er kann bei der Arbeit mit Phraseologismen oder beim Rückgriff auf Aussprachebesonderheiten jeweils spezielle Auswahldarstellungen der Transkriptionsangaben verwenden und generell die Auswahl des zu präsentierenden Sprachmaterials besser auf seine Bedürfnisse abstimmen.

    Der hohe Grad der Verlinkung zwischen verschiedenen Wörterbucheinträgen einerseits und den zahlreichen Zusatzkommentierungen andererseits gestattet das schnelle und bequeme Abrufen jedweder Information. Das in traditionellen phraseologischen Wörterbüchern oft schwierige Auffinden der Phraseme wird hier besonders eindrucksvoll erleichtert.

    Da auch eine Wortsuche innerhalb der angeführten deutschen Entsprechungen möglich ist, ist mit der lokalen Vollversion des RUW zumindest teilweise die umgekehrte Sprachrichtung − also deutsch-russisch − nutzbar.

  3. die Querbezüge im Wortschatz

    Wenn schon das Online-RUW zahlreiche Hinweise auf Verwechslungsgefahren und Wörter analoger oder gegensätzlicher Bedeutung bringt, weitet das lokale RUW diese Darstellung in Richtung "Suche nach einem Wortursprung" aus. Hierdurch ergeben sich nicht nur Verweise auf Internationalismen oder fremdsprachliche Wurzeln, sondern mitunter auch ganze Wortreihen, Wortfelder oder Wortnester, die schon bekannten Wortschatz in neue Beziehungen setzen oder eine jeweilige teils auch im Verborgenen liegende Motivation neu erhellen. Etliche der hergestellten Wortableitungen werden zudem hinsichtlich der eingesetzten Formenbildungsmittel verallgemeinernd dargestellt − hierfür drei Beispiele:

    • bedeutungsverstärkende Formenbildungsmittel (Augmen­tativa) werden für sich genommen und in Verbindung zu anderen erläutert;
    • Verkleinerungsformen (Diminutiva) werden ebenso bezogen auf das konkrete Wort und seine Wurzel, aber auch im Vergleich zu anderen Verkleinerungsformen erläutert, entsprechend hinsichtlich der stilistischen, mitunter aber auch morphologischen Konsequenzen erklärt und kommentiert;
    • Aktionsartableitungen werden als Subformen von Verben, die bei Beibehaltung der verbalen Grundbedeutung diese hinsichtlich Dauer, Intensität, Beginn oder Ende usw. usf. modifiziert darstellen, in ein allgemeineres Raster eingepasst, die in Überblicke zu Präfix- und Suffixbedeutungen münden.

    Im Ergebnis solcher und ähnlicher Generalisierungen entsteht beim Nutzer eine immer vollständigere Vorstellung von den Wortbildungsmöglichkeiten des Russischen. Letztlich gehört zu diesen Querbezügen im Wortschatz auch, dass die Quellen zahlreicher Phraseologismen in ihrem Original-Umfeld angeführt werden, d. h. bspw. in ihrem jeweiligen Auftreten sofort im Ursprungstext nachgeschlagen werden können, sei es in einem Bibeltext oder einem Werk eines russischen Klassikers − von Gribojedow, Lermontow und Puschkin über Gogol, Tschechow und Tolstoi bis hin zu Majakowski, Ilf und Petrow und Jewtuschenko.


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